Collaboration, Social Business – oder doch Enterprise 2.0?
Seit der Enterprise 2.0 Konferenz in Santa Clara (November letzten Jahres) deutet sich eine neue Debatte rund um Enterprise 2.0 und Social Media an. Auf der Konferenz wurde vermehrt der Begriff Social Business (anstelle von Enterprise 2.0) verwendet. Die Konferenz in Santa Clara war eine von vielen Veranstaltungen aus einer inzwischen recht langen Reihe, seit der MIT-Professor Andrew McAfee 2006 das “Enterprise 2.0″-Mem in die Welt setzte. Von der ‘Jeff Dachis Group’ wurde im letzten Jahr eine weltweite Serie von drei Konferenzen in Austin, London und Sidney unter der pompösen Headline “Social Business Design Summit” dagegen gesetzt. Warum? Seit 2008 geht Dachis mit seinem Markenzeichen “Social Business Design” hausieren. Er möchte gerne den Begriff ‘Social Business’ anstatt von ‘Enterprise 2.0′ durchsetzen.
Sind die 10 Gartner IT-Trends nur Luftblasen?
Bereits zum dritten Mal haben IT-Freiberufler und Projektanbieter auf den Seiten der IT-Projektbörse GULP die Frage beantwortet: “Sind diese zehn IT-Trends (nach Gartner) nur Luftblasen? Oder sind sie ernst zu nehmen und werden Auswirkungen auf den IT-Projektmarkt haben?” Die Umfrage zeigt: nur ein Trend schneidet als eindeutige Luftblase ab: Advanced Analytics. Bei der letzten Umfrage im vergangenen Jahr waren nur zwei der abgefragten Hypes überhaupt ernst zu nehmen. Der Gewinner 2010 lautet: Mobile Anwendungen.

Amazon, Facebook, Twitter und das Hausrecht in der Cloud.
Zur Zeit wird ja viel über Wikileaks geredet und derzeit macht sich jedes Unternehmen unbeliebt, wenn es sich in die Front gegen Wikileaks einreiht und mit wie auch immer gearteten Begründungen Konten sperrt oder Wikileaks von seinen Servern verbannt. In erster Linie denkt man dabei an Amazon, Paypal und verschiedenene Kreditkartenanbieter. Vergessen wird dabei, dass auch Twitter mit der Löschung des @anon_Operation-Kontos der Anonymous Bewegung und Facebook mit Sperrung der Anonymous-Seite involviert sind. (Quelle) Beide Dienste waren auch durch – allerdings nicht belegbare – “Zensurmaßnahmen” ins Gerede geraten. Diese Vorgänge zeigen, auch wenn sie die große Meherheit der Webnutzer gar nicht oder nur marginal berühren, die potentielle Unsicherheit, die zentrale Dienste wie Twitter, Facebook oder auch Cloud-Services mit sich bringen. Der Spiegel zeigt das Dilemma auf:
Viele Bürger nehmen das Netz als öffentlichen Raum war – doch tatsächlich ist es der Raum von Unternehmen, die fast alle Foren im Web beherrschen und dort im Zweifelsfall ihr Hausrecht durchsetzen.
Netzpolitik bemerkt dazu “Es wird Zeit, die Lehre aus den Geschehnissen zu ziehen. Sie lautet: Dezentralität.”
Sind Alternativen zu zentralen Diensten vorhanden?
Für Twitter ist seit Jahren eine Alternative am Markt. In einem Post habe ich Identica vorgestellt, einen Open-Source-basierten Micro-Blogging-Dienst. Mit Diaspora ist im November eine Alpha-Version einer Open-Source-Alternative ans Netz gegangen. Die Diaspora-Entwickler haben allerdings vorerst nur eine sehr kleine Anzahl von Alpha-Testern zugelassen.
Während es bei Diaspora ein reges Interesse auch seitens der potenziellen Nutzer gibt gab, fristet Identica von jeher ein Schattendasein. Die Frage ist: Warum? weiterlesen »
Identica: eine Open-Source-Alternative zu Twitter?

Grafik von http://identi.ca
Nachdem in den letzten Tagen immer wieder (Zensur-)Vorwürfe gegen Twitter laut wurden, die mittlerweile wohl entschärft, wenn nicht sogar entkräftet sind, dürfte die Debatte nun – diesmal zu Recht – wieder entflammen. Der Account @anonops, über den verschiedene Aktionen im Zusammenhang mit den Repressionen gegen Wikileaks orchestriert sind, wurde von Twitter gelöscht. Facebook hat offensichtlich nachgezogen.Netzpolitik.org bemerkt dazu:
Nach und nach lernen wir, dass jeder einzelne der zentralisierten Dienste, auf die wir uns doch so bequem verlassen konnten, doch nur dessen Lied singt, dessen Brot auch gegessen wird. Twitter-Revolution? Adé. Es wird Zeit, die Lehre aus den Geschehnissen zu ziehen. Sie lautet: Dezentralität.
Eine Alternative zu Twitter ist mit Identica am Markt, einem Mikro-Blogging-Dienst und sozialem Netzwerk, ähnlich wie Twitter. Identica unterstützt im Gegensatz zu Twitter den freien OpenMicroBlogging-Standard und ist somit Open Source. Identica sieht sich als offene Alternative zu Twitter. Ziel des Dienstes ist es nach eigener Aussage , den Nutzern Freiheit und Transparenz zu garantieren.
Shortcuts: Hysterie und Verschwörungstheorien

Photo practicalowl/flickr
Hysterie …
Eigentlich wollte ich zum Thema Jugendmedienstaatsvertrag (JMStV) nichts schreiben. Zu diesem Thema ist frei nach dem Motto “Drei Rechtsanwälte – Fünf Meinungen” alles geschrieben, was es zu schreiben gab. Zur Klarheit hat das wenig beigetragen, waren die Beiträge doch oft von einer gewissen Hysterie geprägt (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Die vertretenen Meinungen umfassten von “Abwarten” bis “Abschalten jetzt” die ganze Spannbreite möglicher Reaktionen auf der JMStV.
Die Cloud in Zeiten von Wikileaks und Amazon

Photo von flickr.com/MML
Im letzten In einem Post hatte ich über die “Mobile-Internet-Markt Trends für 2011 geschrieben, die jährlich von Juniper Research prognostiziert werden. Einer dieser Trends waren Cloud-basierte Betriebssysteme. Mit Chrome Cloud, das 2011 starten soll, sei ein Punkt, erreicht wo Cloud-basierte Lösungen als tragfähig angesehen werden. Soweit Juniper Research.
Diese Prognose impliziert natürlich, das auch das Cloud-Computing eine breite Akzeptanz finden wird. Seit Jahren sind sich Anbieter und Anwender einig, dass Cloud Computing zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. Eine Nutzung der Cloud ist momentan jedoch eher bei privaten Nutzern zu beobachten, die z. B. das Cloud-basierte Text & Tabellen von Google nutzen. Nach Datenpannen und Ausfällen stehen Geschäftskunden der Cloud eher zögerlich gegenüber.
Blick in die Zukunft: Mobile-Internet-Markt Trends 2011

Photo von flickr.com/boostmobile
Wie in jedem Jahr veröffentlicht juniper research eine Prognose zur Entwicklung des Mobile-Internet-Markt. Die Trends für 2011 hat die Unternehmensberatung in den Top Ten Wireless Predictions 2011 zusammengestellt.
Die Trends hier kurz zusammengefasst:
Der mobile Datenverkehr in den heutigen mobilen Netzen (3G und UMTS) wird weiter zunehmen und mit ihm das Angebot an Tarifen mit begrenzten Datenvolumen. Entlastung wird erst die flächendeckende Einführung des LTE-Standards bringen.
Augmented Reality wird laut Juniper-Prognose verstärkt in kommerziellen Apps und in Handyspielen Einzug halten.
Cloud-basierte Betriebssysteme werden den PC-basierten Systemen folgen. Mit Chrome Cloud, das 2011 starten soll, sei ein Punkt, erreicht woCloud-basierte Lösungen als tragfähig angesehen werden.
Mobile Banking wird zu einem “must-have” und zunehmend über Smartphones abgewickelt.
Shortcuts: “Neulich im Internet” oder “Wie nervig ist das denn?”
Die Diskussion um die Auswirkungen des JMStV auf die Blogosphäre hat sich ja ein wenig gelegt. Bis auf einige Blogger, die das Schließen ihres Blog direkt oder zum Jahresanfang 2011 wahr gemacht oder angekündigt haben, hat es abgesehen von einigen ‘Altersfreigaben’ noch keine Auswirkungen im Netz gegeben. Dachte ich. Neulich war ich auf der Suche nach der Beschreibung zur Konfiguration eines WP-Plugins. Im Usage & Installation How-To Guide fand ich folgenden Hinweis:
A good example of this option being put to use is the following link: http://itst.net/856-pong. That is Sascha Carlin’s site, and he is the one who first introduced me to the idea of having an additional function to allow for insertion of the menu anywhere on your site rather than just hooking it to the built-in WordPress function: the_content().
Und was sehe und lese ich? Das:

Da die Sendepause zeitabhängig geschaltet ist, allerdings ‘negativ’, d. h. zwischen 23 Uhr und 6 Uhr wird ‘gesendet’, hier der Link zum Blog. Sollten Sendezeiten für Blogs um sich greifen, werden wir alle zukünftig noch weniger Schlaf bekommen, da wir nur noch zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ungestört surfen können. Eine grausige Vorstellung.
Shortcuts: C-Juristen, parlamentarische Zwänge und das weltweit dümmste Internetrecht
“Web Alters-Zertifikate zwingen deutsche Blogs offline. Das weltweit dümmste Internetrecht?”. So heißt es in der Headline eines Postings vom 01.12. auf Tech Eye.net. Und weiter:
In Germany, a few blogs and websites have already decided to throw in the towel before a law comes into effect from January 1, 2011. The so-called Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) will task anyone operating a .de domain with adding an age certificate to his or her website – imagine having to add a BBFC certificate on your blog.
Sounds like a dumb idea, doesn’t it? Unfortunately, it is set to become reality due to politicians ratifying the law in the parliaments of Germany’s 16 federal states. Not only is the law idiotic, it is also totally superfluous.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Jeder blamiert sich halt so gut, wie er kann.
Shortcuts: Freundschaftsversuche, Friends und Likes im Rohrkrepierer Web 2.0
Friends und Likes im Social Web
Hinweis: Die Links zum Blog von Kristian Köhntopp sind möglicherweise nicht mehr erreichbar. Den Grund dafür könnt Ihr hier nachlesen.
Kristian Köhntopp, eines der Urgesteine im Netz, nimmt einen gescheiterten Versuch Miriam Meckels, sich mit Jeff Jarvis auf Facebook zu befreunden, zum Anlass für fundamentale Kritik an den Begrifflichkeiten des “friendens” und “likens” in heutigen Sozialen Netzwerken und mahnt, auf die Funktionalität zu sehen:
Miriam Meckel in Wa(h)re Freundschaft: Doch statt einer Meldung zur erfolgten Freundschaftsanfrage informierte ein Pop-up-Fenster: „Sorry, this user already has too many friend requests“. Der Mann ist freundschaftlich überbucht. Digitale Anfrage vergeblich.
Kristian Köhntopp in “Freunde” und soziale Netzwerke: Ich habe ja lange Zeit gehofft, daß die Medien als Gruppe irgendwann einmal die Kurve kriegen und es schaffen, sich vom Begriff des “friendens” und “likens” in den diversen sozialen Netzen zu lösen und auf die Funktionalität zu schauen, die sich hinter diesem Begriff versteckt.
Rohrkrepierer Web 2.0?
In seinem Post Die unerträgliche Lameness des Web 2.0 in der wunderbaren Welt von Isotopp geht er einen Schritt weiter und attestiert Facebook gar einen Geburtsfehler:
Das ist zugleich einer der Geburtsfehler von Facebook, und eine primäre Quelle von Lameness: Der Begriff ‘Freundschaft’ bezeichnet eine symmetrische Relation in der dinglichen Welt, und Facebook hat ihre Subscriptions nach dem dinglichen Freundschaftsbegriff modelliert. Es ist einer der ganz großen Verdienste von Twitter, diesem Fehler nicht verfallen zu sein, und Asymmetrie in ihr System gebaut zu haben.
Oliver Herold sieht sich von Kristian Köhntopp in seiner Kritik an diesem Web 2.0 bestätigt. Auf Unixfreunde schreibt er vom Rohrkrepierer Web 2.0
Dieses Web 2.0 ist nicht wirklich vernetzt, allenfalls recht lose Verbindungen sollen den Alleinstellungsanspruch diverser Anbieter kaschieren, dem Nutzer eine Vernetzung vorgaukeln.
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