Identica: eine Open-Source-Alternative zu Twitter?

Grafik von http://identi.ca
Nachdem in den letzten Tagen immer wieder (Zensur-)Vorwürfe gegen Twitter laut wurden, die mittlerweile wohl entschärft, wenn nicht sogar entkräftet sind, dürfte die Debatte nun – diesmal zu Recht – wieder entflammen. Der Account @anonops, über den verschiedene Aktionen im Zusammenhang mit den Repressionen gegen Wikileaks orchestriert sind, wurde von Twitter gelöscht. Facebook hat offensichtlich nachgezogen.Netzpolitik.org bemerkt dazu:
Nach und nach lernen wir, dass jeder einzelne der zentralisierten Dienste, auf die wir uns doch so bequem verlassen konnten, doch nur dessen Lied singt, dessen Brot auch gegessen wird. Twitter-Revolution? Adé. Es wird Zeit, die Lehre aus den Geschehnissen zu ziehen. Sie lautet: Dezentralität.
Eine Alternative zu Twitter ist mit Identica am Markt, einem Mikro-Blogging-Dienst und sozialem Netzwerk, ähnlich wie Twitter. Identica unterstützt im Gegensatz zu Twitter den freien OpenMicroBlogging-Standard und ist somit Open Source. Identica sieht sich als offene Alternative zu Twitter. Ziel des Dienstes ist es nach eigener Aussage , den Nutzern Freiheit und Transparenz zu garantieren.
Shortcuts: Hysterie und Verschwörungstheorien

Photo practicalowl/flickr
Hysterie …
Eigentlich wollte ich zum Thema Jugendmedienstaatsvertrag (JMStV) nichts schreiben. Zu diesem Thema ist frei nach dem Motto “Drei Rechtsanwälte – Fünf Meinungen” alles geschrieben, was es zu schreiben gab. Zur Klarheit hat das wenig beigetragen, waren die Beiträge doch oft von einer gewissen Hysterie geprägt (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Die vertretenen Meinungen umfassten von “Abwarten” bis “Abschalten jetzt” die ganze Spannbreite möglicher Reaktionen auf der JMStV.
Die Cloud in Zeiten von Wikileaks und Amazon

Photo von flickr.com/MML
Im letzten In einem Post hatte ich über die “Mobile-Internet-Markt Trends für 2011 geschrieben, die jährlich von Juniper Research prognostiziert werden. Einer dieser Trends waren Cloud-basierte Betriebssysteme. Mit Chrome Cloud, das 2011 starten soll, sei ein Punkt, erreicht wo Cloud-basierte Lösungen als tragfähig angesehen werden. Soweit Juniper Research.
Diese Prognose impliziert natürlich, das auch das Cloud-Computing eine breite Akzeptanz finden wird. Seit Jahren sind sich Anbieter und Anwender einig, dass Cloud Computing zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. Eine Nutzung der Cloud ist momentan jedoch eher bei privaten Nutzern zu beobachten, die z. B. das Cloud-basierte Text & Tabellen von Google nutzen. Nach Datenpannen und Ausfällen stehen Geschäftskunden der Cloud eher zögerlich gegenüber.
Shortcuts: “Neulich im Internet” oder “Wie nervig ist das denn?”
Die Diskussion um die Auswirkungen des JMStV auf die Blogosphäre hat sich ja ein wenig gelegt. Bis auf einige Blogger, die das Schließen ihres Blog direkt oder zum Jahresanfang 2011 wahr gemacht oder angekündigt haben, hat es abgesehen von einigen ‘Altersfreigaben’ noch keine Auswirkungen im Netz gegeben. Dachte ich. Neulich war ich auf der Suche nach der Beschreibung zur Konfiguration eines WP-Plugins. Im Usage & Installation How-To Guide fand ich folgenden Hinweis:
A good example of this option being put to use is the following link: http://itst.net/856-pong. That is Sascha Carlin’s site, and he is the one who first introduced me to the idea of having an additional function to allow for insertion of the menu anywhere on your site rather than just hooking it to the built-in WordPress function: the_content().
Und was sehe und lese ich? Das:

Da die Sendepause zeitabhängig geschaltet ist, allerdings ‘negativ’, d. h. zwischen 23 Uhr und 6 Uhr wird ‘gesendet’, hier der Link zum Blog. Sollten Sendezeiten für Blogs um sich greifen, werden wir alle zukünftig noch weniger Schlaf bekommen, da wir nur noch zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ungestört surfen können. Eine grausige Vorstellung.
Shortcuts: C-Juristen, parlamentarische Zwänge und das weltweit dümmste Internetrecht
“Web Alters-Zertifikate zwingen deutsche Blogs offline. Das weltweit dümmste Internetrecht?”. So heißt es in der Headline eines Postings vom 01.12. auf Tech Eye.net. Und weiter:
In Germany, a few blogs and websites have already decided to throw in the towel before a law comes into effect from January 1, 2011. The so-called Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) will task anyone operating a .de domain with adding an age certificate to his or her website – imagine having to add a BBFC certificate on your blog.
Sounds like a dumb idea, doesn’t it? Unfortunately, it is set to become reality due to politicians ratifying the law in the parliaments of Germany’s 16 federal states. Not only is the law idiotic, it is also totally superfluous.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Jeder blamiert sich halt so gut, wie er kann.
Shortcuts: Freundschaftsversuche, Friends und Likes im Rohrkrepierer Web 2.0
Friends und Likes im Social Web
Hinweis: Die Links zum Blog von Kristian Köhntopp sind möglicherweise nicht mehr erreichbar. Den Grund dafür könnt Ihr hier nachlesen.
Kristian Köhntopp, eines der Urgesteine im Netz, nimmt einen gescheiterten Versuch Miriam Meckels, sich mit Jeff Jarvis auf Facebook zu befreunden, zum Anlass für fundamentale Kritik an den Begrifflichkeiten des “friendens” und “likens” in heutigen Sozialen Netzwerken und mahnt, auf die Funktionalität zu sehen:
Miriam Meckel in Wa(h)re Freundschaft: Doch statt einer Meldung zur erfolgten Freundschaftsanfrage informierte ein Pop-up-Fenster: „Sorry, this user already has too many friend requests“. Der Mann ist freundschaftlich überbucht. Digitale Anfrage vergeblich.
Kristian Köhntopp in “Freunde” und soziale Netzwerke: Ich habe ja lange Zeit gehofft, daß die Medien als Gruppe irgendwann einmal die Kurve kriegen und es schaffen, sich vom Begriff des “friendens” und “likens” in den diversen sozialen Netzen zu lösen und auf die Funktionalität zu schauen, die sich hinter diesem Begriff versteckt.
Rohrkrepierer Web 2.0?
In seinem Post Die unerträgliche Lameness des Web 2.0 in der wunderbaren Welt von Isotopp geht er einen Schritt weiter und attestiert Facebook gar einen Geburtsfehler:
Das ist zugleich einer der Geburtsfehler von Facebook, und eine primäre Quelle von Lameness: Der Begriff ‘Freundschaft’ bezeichnet eine symmetrische Relation in der dinglichen Welt, und Facebook hat ihre Subscriptions nach dem dinglichen Freundschaftsbegriff modelliert. Es ist einer der ganz großen Verdienste von Twitter, diesem Fehler nicht verfallen zu sein, und Asymmetrie in ihr System gebaut zu haben.
Oliver Herold sieht sich von Kristian Köhntopp in seiner Kritik an diesem Web 2.0 bestätigt. Auf Unixfreunde schreibt er vom Rohrkrepierer Web 2.0
Dieses Web 2.0 ist nicht wirklich vernetzt, allenfalls recht lose Verbindungen sollen den Alleinstellungsanspruch diverser Anbieter kaschieren, dem Nutzer eine Vernetzung vorgaukeln.
Die Frage “Facebook Fanpage statt Website?” und die Demographie
Facebook birgt mit 500 Millionen aktiven Usern weltweit und rund 12,5 Millionen Usern in Deutschland ein riesiges Potenzial für zielgruppengerichtete Kommunikation. Es wird derzeit heftig darüber debattiert, ob eine Website durch eine Social Media Präsenz aufgegeben werden darf. Thomas Hutter schreibt dazu:
Der unheimliche Erfolg und die schnellwachsenden Nutzerzahlen im zwei und dreistelligen Prozentbereich der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter rufen Diskussionen über Sinn und Unsinn, bzw. über die Ablösung von Webseiten oder Mikrowebseiten durch Präsenzen im sozialen Netz, insbesondere auf Facebook Seiten, auf den Plan. Erste Firmen verlagern ihre traditionellen Internetpräsenzen ersatzlos in soziale Netzwerke, z.B. Facebook aber auch YouTube – ein gefährlicher und kurzsichtiger Schritt.
Die Affinität vieler Unternehmen zu Facebook sieht Hutter darin, dass “Unternehmen ein noch nie dagewesenes Gefühl (für) die Internetnutzung, bzw. die Besucher ” entwickeln, da Interaktionen der Nutzer von Facebookseiten direkter sichtbar werden, als auf ‘normalen’ Websites.
Nachdem er verschiedene Gesichtspunkte wie Kosten und Ressourcen aber auch Sicherheitsaspekte und mögliche Abhängigkeiten vom Betreiber des Netzwerkes beleuchtet hat, kommt er zu dem Schluss, dass ein sinnvolles Nebeneinander der richtige Weg sei. Ich halte diese Einschätzung für völlig richtig, allerdings sollte auch die Nutzerseite betrachtet werden.
Die kaufkraftstärkste Gruppe bewegt sich im Web 1.0
Neben den Aspekten die Hutter beleuchtet, sollten in dieser Hinsicht zwei Dinge nicht unberücksichtigt bleiben: Die Best Ager oder Silversurfer, sind mit weniger als 10 % der Facebooknutzer deutlich unterrepräsentiert, obwohl gerade diese Zielgruppe – wie bekannt – über die Hälfte der privaten Kaufkraft verfügt. weiterlesen »
Was hat es mit dem Cloud-Computing-Hype auf sich?
Im Februar diesen Jahres hatte ich hier an dieser Stelle einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit dem Phänomen ‘Cloud Computing’ befasste. Eine brauchbare Definition des Begriffs ‘Cloud Computing’ findet man bei Wikipedia. Dort heißt es:
Cloud Computing (deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist primär der Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher-, fertige Software- und Programmierumgebungen als Service) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen.
Und jährlich grüßt das Murmeltier
Seit Jahren bewerben Firmen wie Microsoft, Cisco, HP und die großen Webhoster, aber auch Google und Amazon das sogenannte Cloud Computing als sicher, leistungsstark und kostengünstig. Die Anbieter versprechen den Unternehmen, immer nur die Infrastruktur und Leistung bezahlen zu müssen, die gerade wirklich gebraucht wird. Wie so häufig stehen Microsoft (mit Azur) und vor allem Google in vorderster Front. Seit Googles Eric Schmidt vor nun fast fünf Jahren mit einigen geschickt platzierten Erwähnungen in Interviews das Schlagwort Cloud Computing auf den Markt warf, gehört es zu seinen Dauerthemen. Seitdem liest man mit schöner Regelmäßigkeit die unterschiedlichsten Statements wie Cloud Computing: “Kein Strohfeuer”. — Cloud Computing ist in der Realität angekommen. — Cloud Computing in Deutschland ist noch nicht angekommen. — HP-Umfrage ergab: Cloud Computing noch unbekannt. Ja, was denn nun?
Social Media Marketing erfordert langen Atem
Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass es mit Social Media nicht ganz so einfach funktioniert, wie erhofft. Trotz sich jährlich wiederholender Beteuerungen ’20XX ist das Jahr von Social Media’ haben die Mehrzahl der Kunden das offensichtlich nicht so wahrgenommen und stehen in der Mehrzahl den Sozialen Medien abwartend bis ratlos gegenüber.
Sicher, es gibt einige Erfolgsgeschichten, die in der Blogosphäre oft und gerne als Beleg dafür herangezogen werden, das ‘Social Media funktioniert’. Natürlich hat es bisher für eine abzählbare Zahl von Unternehmen ‘funktioniert’. Es haben ja auch einige Glückliche in der Lotterie gewonnen. Aber in der Breite sieht es in beiden Fällen eher dunkel aus. weiterlesen »
Cloud-Computing – Ab in die Wolke
‘Cloud Computing. Mehr als nur ein Hype‘, so titelte das t3n Magazin im November 2009. Und weiter:
Cloud Computing. Ein Schlagwort wie kein anderes. Omnipräsent. Für die einen nur ein weiteres Hype-Thema, für die anderen eine dramatische Veränderung der IT-Landschaft, vergleichbar mit der, die uns die Client-Server-Architektur oder gar das Internet gebracht haben. Ja, was denn nun? Fest steht: Cloud Computing ist mehr als nur ein Hype und bietet großen wie kleinen Unternehmen völig neue Möglichkeiten, ihre IT-Ressourcen bedarfsgerecht zu nutzen und zu bezahlen – von der Software über Entwicklungsplattformen bis zur Hardware.
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